Abhängigkeit ist immer ein soziales System.
Das System besteht aus dem Suchtkranken und einem sozialen Umfeld, das mehr oder weniger verstrickt ist. Der Suchtkranke ist mit Konsum und Beschaffung beschäftigt und das Umfeld ist häufig stark davon eingenommen, sich um den Suchtkranken zu kümmern.
Gleichgültig wie verstrickt das Verhältnis zwischen Suchtkranken und Angehörigen ist, betrachten wir die Angehörigen aber vor allem als die wichtigste soziale Ressource, die es auszubauen gilt. Daher ist es entscheidend, nicht nur isoliert therapeutisch auf den Suchtkranken einzuwirken, vielmehr die Angehörigen einzubeziehen und auch ihnen eigene Hilfeangebote zu machen.
Ab dem ersten Wochenende sind Besuche möglich. Es gibt die Möglichkeit, dass die Partnerin, die Kinder oder Freunde am Wochenende in der Klinik übernachten. Der Abstand vom vielfältig belasteten Lebensalltag im Schutzraum der Klinik ermöglicht es, dass sich die Suchtkranken und ihre Angehörigen in unbeschwerter Atmosphäre treffen und positive Erfahrungen miteinander sammeln können.
Angehörigengespräche unterstützen dabei, die gegenseitig abhängigen Beziehungsmuster zu erkennen und zu überwinden und unabhängige Umgangsformen miteinander anzustoßen. Schließlich bietet das klinikeigene Angehörigenseminar den Angehörigen einen Raum, die eigene co-abhängige Verstrickung aufzuarbeiten, sich zu befreien und das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen und zwar gleichgültig ob der Suchtkranke weiterkonsumiert oder aufhört.
Flyer Angehörigenseminar
Ein Literaturhinweis:
Flassbeck, J. (2011). Co-Abhängigkeit. Diagnose, Ursachen und Therapie für Angehörige von Suchtkranken. Stuttgart: Klett-Cotta.
Sternbergerstr. 15 • 32699 Extertal
Tel.: +49(0)5262 9465-0 • Fax: +49(0)5262 9465-15
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